Das Zinssystem einfach erklärt

Das Zinssystem ist ein Schneeballsystem. Es bricht zusammen wenn der letzte in der Kette zahlungsunfähig geworden ist.

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Um die Interdependenz der ganzen Finanzthematik in der Grundlage zu verstehen, veröffentlicht politisch.ch in der Serie „Geld“ eine Reihe von Splitterbeiträgen zum Thema.

Unser Finanzsystem trägt den gesamten Erfindergeist des menschlichen Kollektivs in sich. Nichts anderes scheint eine ähnliche Faszination auf die menschliche Trieb- Macht und Intellektkombination auszuüben, diese geistige Verwerfung ist vernichtender als alles andere was dem menschlichen Denkvermögen entspringen kann. Das ganze Finanzsystem ist dermaßen komplex, daß es selbst Wirtschaftsdoktoren nicht mehr möglich ist, die Komplexität des Gesamten zu überblicken. Der Mechanismus der Unkontrollierbarkeit löste eine unabhängige finanz-aristokratische Autonomiestruktur aus. Die Auswirkungen werden, Armut und Verelendung der auslösenden Völker sein. Diese Wandlung hat im Schatten einer scheinbaren Prosperität längst begonnen. Es ist nicht mehr eine Frage ob, sondern wann das gesamte Finanzsystem implodiert. Mittlerweile haben sogar einige der Verantwortlichen Ihre Fehler erkannt, sie haben berechtigte Angst ihre Machteinflüsse zu verlieren, allerdings ist es diesen wenigen Delinquenten welche nun Einsicht zeigen nicht mehr möglich alleine den Wohlstand zu retten. Es ist schon fast pathologisch, daß wir nur noch dann eine Chance haben, wenn wir antonyme Antagonisten mit unserem Volkswillen im Kollektiv unterstützen.

Politisch.ch versucht über die möglichen Ausmaße der auf uns zukommenden Gegenwart zu berichten. Um die ganzen Zusammenhänge zu verstehen ist es wichtig die einzelnen Splitterbereiche der leider legalen Finanzkriminalität zu verstehen. Sie werden verstehen lernen warum unser gegenwärtiges System niemals funktionieren konnte, in der Vergangenheit nicht funktionierte und auch in Zukunft nicht funktionieren wird.

Das Zinssystem basiert auf einem Schneeballsystem. Ein Schneeballsystem funktioniert solange gut, bis jener welcher am Ende der Kette steht nicht mehr Zahlungsfähig ist, geschieht dies löst sich das Schneeballsystem auf. Es gibt einige Gewinner und ganz viele Verlierer. In unserem allgemein gültigen Zins, Zinses-zins, Zinses-zins-zins, Zinses-zins-zins-zins- System bildet das Volk das Ende dieser Kette. Solange wir von jenen welchen wir den Zins bezahlen, noch genug erhalten um die horrenden Zinslasten bezahlen zu können, funktioniert das System. Da es bei einem Schneeballsystem unausweichlich um immer höhere Beträge geht, wird der Zins welcher bezahlt werden muß, immer höher und dies geschieht leider nicht linear sondern exponentiell. Das Gesetz der Exponentialfunktion folgt der Logik des Schachbrettes und des Reiskorns. Wenn Sie das verstanden haben, wissen Sie warum unser Zinssystem niemals funktionieren wird. In einem kommenden Artikel wird die Kraft der Exponentialfunktion anhand visueller Hilfen augenscheinlich verdeutlicht.

Unser Geldsystem funktioniert vereinfacht gesagt so wie das auf dem Bild ersichtlich ist. Der Staat beauftragt eine private Gemeinschaft des Geldadels (Notenbank) damit, ein rechtsgültiges Tauschmittel im Wert der Güter eines Landes bereitzustellen. Diese Geldwerte müssen mit Gold abgedeckt werden können. So gesehen eine gute Sache, aber was daraus entstand ist verheerend. Damit die Notenbank ihre Kosten decken kann, darf sie das Geld mit Zins belasten. Erstmalig entsteht Geld ohne physikalischen Gegenwert.

Das Geld der Notenbanken wird zu einem geringen Zins an Geldinstitute ausgeliehen. Die Geldinstitute sind nun für die Grobverteilung verantwortlich (Feinverteilung macht die Wirtschaft). Sie verteilen es an den Staat, die Wirtschaft und auch an die Bevölkerung. Um die eigenen Kosten zu decken, dürfen auch die Geldinstitute einen selbstbestimmten Zins festlegen. Hier entsteht bereits zum zweiten Mal eine große Geldmenge welche nicht mit einem Realwert abgedeckt wird. Damit die Geldinstitute besser abschätzen können wer ihre Geld und Zinsschulden zurück bezahlen kann, gründeten diese so genannte Rating Agenturen. Die Aufgabe der Rating Agenturen bestehen ausschließlich aus Marktbeobachtungen, sie veröffentlichen eine Skala, diese Skala gibt Auskunft über die praktikable Zahlungskraft eines potentiellen Schuldners. Auch dies ist nicht zwingend eine schlechte Idee, aber zwischenzeitlich wird die Macht der Ratingagenturen zentral-politisch genutzt. Die Auswirkungen ihrer Empfehlungen sind so mächtig, daß sie über die Eigenständigkeit oder Abhängigkeit einer ganzen Nation bestimmen können (Griechenland, Zypern). Sie sind längst ein zentrales Machtinstrument des Geldadels. Auch auf die Ratingagenturen wird in einem separaten Beitrag eingegangen.

Das Geld welches die Wirtschaft von den Geldinstituten bekommt, nutzen diese für die Ankurbelung des Bruttoinlandsproduktes und somit dem Wohlstand der Nation. Die Abgaben und Zinsen müssen auf die Produkte und Dienstleistungen aufgerechnet werden. Diese Zinsbelastung führt zu einer künstlichen Verteuerung der Produkte und Dienstleistung von 40% bis 60% (die Experten sind sich bezüglich der Realerhöhung uneins).

Das Geld welches der Staat bekommt muß ebenfalls vom Volk getragen werden, daß heißt der Staat legt anhand der Fiskalpolitik fest, wie viel direkte und indirekte Steuern er von Volk und Wirtschaft erheben muß um die Zins- getragenen Realausgaben als auch die Schuldzinsen welcher dieser gegenüber den Geldinstituten hat, zurückbezahlen zu können.

Der Bürger eines Landes erhält von der Wirtschaft einen Lohn für geleistete Dienste. Dieses Geld unterliegt bereits sehr hohen Zinslast, damit Staat und Wirtschaft die Zinsen gegenüber den Geldinstituten zurück bezahlen kann, wird dessen verzinstes Geld zur neuerlichen Zinstilgung eingesetzt, bereits hier fängt die Katze an ihrem Schwanz nachzurennen, bis sie sich jedoch endgültig in den Schwanz beißt dauert es noch eine Weile. Das begann für alle Beobachter wirklich offensichtlich zu werden, als das Marketingwort: „Rettungsschirm“ auftauchte, in der Schweiz wurde dieser Exzeß überdeutlich mit der Refinanzierung der UBS.

Wir glauben noch immer, daß die Schweiz einen relativ sichereren Wohlstand hat. Dieser Schein trügt, wir unterliegen einer exponentiellen Abhängigkeit der globalisierten Welt, der Großteil unserer Exporte geht in die Euro und US Krisenstaaten und wird mit dessen Währungen bezahlt. Ein erster Schritt in die richtige Abhängigkeits-Richtung geschah mittels dem Freihandelsabkommen mit China. Obwohl wir nicht ganz zu unrecht die Diktaturen solcher Länder verurteilen, ist es die einzige Möglichkeit die Schweiz vor der kommenden Armutskrise ein wenig zu schützen.

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