Der 80:20iger Schlüssel, Naturgesetz der Wirtschaft

Der Mittelstand leidet unter dem Reichtum weniger Nur ein gesunder Vereitschlüssel sichert den Mittelstand

Wer in irgendeiner Form mit Geld zu tun hat, sei es im indirektem Güterhandel, in der Dienstleistung oder in direkter Form, kennt den goldenen Schlüssel der Verteilung in welcher eine Wirtschaftsnation bestens funktioniert. Achtzig zu zwanzig heisst dieser goldene Schlüssel. Gerät dieser Schlüssel ins Ungleichgewicht, fängt die Volkswirtschaft an zu wanken.

Die goldenen Jahre der Schweiz bestanden genau aus diesem Schlüssel, 20% der Bevölkerung verfügte über 80% des Vermögens. Diese Verteilung sorgte für eine ausgesprochen starke Kaufkraft der Mittelschicht. 80:20 ist zwar auch nicht wirklich fair, trotzdem hatte niemand einen Grund sich zu beschweren. Mittlerweile wurde der Mittelstand geschwächt und die die Gesamtheit von Sozialempfängern und poor working nimmt selbst bei gut ausgebildeten Arbeitnehmern dramatisch zu, dass belegen mittlerweile viele Studien. Das schlimme dabei ist, dass 97% der zusätzlichen Kosten der Mittelstand tragen muss. (Was der Mittelstand ist wird in einem kommenden Beitrag behandelt, ganz sicher ist er nicht das was Avenir Suisse uns glauben machen will)

Ein Geschäft macht in der Regel mit 20% der Kundschaft, 80% des Gewinns. Im Einkauf bezieht man bei ca. 20% der Zulieferer 80% der Produkte. Diese Regel zieht sich durch alle handeltreibenden wie ein roter Faden, wer sich ausserhalb dieses Schlüssels befindet, hat entweder eine ausgesprochen gute oder eine desolate Bilanz.

Ist das wirklich immer so? Nein, nicht ganz. Natürlich gibt es auch hier ausnahmen, sehr schwergewichtige sogar. Würden Beispielsweise im COOP, nur 20% aller Kunden, 80% des Umsatzes generieren, wäre die Kette wohl schon längst Konkurs. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass dies überall der Fall ist wo es sich um Konsumgüter für den täglichen Bedarf handelt, darin ist auch die Chemische Industrie eingeschlossen. Schauen wir uns den COOP Konzern doch einmal etwas genauer an. Basierend auf dem 80:20er Schlüssel stellen wir schnell fest, dass diese Regel auch innerhalb des Konzerns stimmt, mit dem Hauptzweig, also den eigentlichen Konsumgütern, macht COOP 80% ihres Umsatzes. Zum COOP Konzern gehören u.a. folgende Unternehmen: (Nur die wichtigsten)

  • COOP Supermärkte
  • COOP Warenhäuser
  • COOP Bau und Hobby
  • COOP Restaurant
  • COOP Pronto
  • COOP Vitality Apotheken
  • COOP Mineraloel AG
  • COOP Bank (Minderheitsaktionär. Hauptaktionär ist Basler KB)
  • Fust AG
  • TopTip Möbelhaus
  • Lumimart (Beleuchtung)
  • Interdiscount AG
  • The Body Shop Switzerland
  • Import Parfumerie
  • Christ Uhren und Schmuck
  • Microspot
  • Bell AG
  • ITS COOP Travel
  • NettoShop (Onlineshop)
  • Marché Restaurant
  • TransCourmet
  • Per Piedi (Schuhe)

Sie sehen also, welche Kraft hinter diesem Schlüssel steckt. Es ist kein von der Menschheit erfundener oder gar durch Manipulation erzwungener Schlüssel, es ist quasi ein Naturgesetz und entspricht den Möglichkeiten welches ein Unternehmen, dass sich auf die Kernpunkte und Schlüsselkunden konzentriert zur Verfügung hat. Die restlichen 80% sind in der Regel kleinere Geschäfte. Die Kunden oder Auftraggeber hätten gar nicht die Grösse um diesen 80:20er Schlüssel erklecklich zu beeinträchtigen. Es ist also ein natürlicher und wirtschaftlich gesunder Schlüssel.

Das Problem entsteht dann, wenn; sagen wir mal, obskure Autokraten versuchen dieses Gleichgewicht zu stören. Es sind unvorstellbar reiche Menschen die sich in einer eigenen Welt bewegen und nie wirklich gelernt haben, dass sie auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu tragen haben. Das Resultat solcher einseitigen Vermögensverteilungen sehen wir in vielen Ländern. Zu was es führt sehen wir beispielsweise in Griechenland, dort besitzen 2000 Menschen, also 1 Promille der Bevölkerung 90% des gesamten Reichtums. Griechenland ist ein exemplarisches Beispiel dafür, wie die westliche Mainstream Berichterstattung leider tatsächlich funktioniert.

Die Journalisten und Politiker welche die Möglichkeit hätten diese wirklich unvorstellbar zerstörenden Machenschaften dieser Autokraten in die Öffentlichkeit zu bringen, haben entweder Angst, Desinteresse oder profitieren zu sehr von der Verschleierung. Es gibt keinen freien Journalismus und schon gar keine freien Politiker. Zumindest keine, welche eine genügend grosse Reputation hätten den Mainstream nachhaltig, ehrlich und korrekt zu informieren. Journalisten welche versuchen objektiv zu berichten, werden entweder manipuliert und wenn das nicht funktioniert, entlassen. Von wegen „freedom of reporting“. Lässt sich ein Journalist einmal nicht einschüchtern und berichtet als freier Journalist, ist der Einfluss leider nur noch gering, kommt hinzu, dass er/sie unter dauernden Drohungen lebt. Politisch.ch ist nun wahrhaftig keines dieser radikal extremen Webportale die sich mit Ihrer „Hip“ oder Brüllaffen- Rhetorik mehr schadet als der Sache zu dienen, trotzdem gibt es Drohmails.

Ist es nicht erstaunlich mit welcher Intensität alles, aber auch wirklich alles was helfen könnte diesen für den Mittelstand so wichtigen Erfolgsschlüssel von 80:20 wieder zu erreichen, bekämpft wird? Analysieren wir doch einmal weshalb das so ist. Um dies detailliert darzustellen, müssten wir hier ein psychoanalytisch sehr komplexes Thema behandeln. Wer sich dafür interessiert, kann hier mehr darüber nachlesen. Grundsätzlich gilt das Versicherungsprinzip, es geht primär um Existenzängste, werden diese Ängste richtig pointiert, ist es wie mit einer Initialzündung, sie sind kaum mehr zu stoppen. In der Regel ist es die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren oder noch mehr zur Kasse gebeten zu werden. Nun findet ein Medienspektakel zwischen Befürworter und Gegner statt. Natürlich ist dieses vorwiegend im TV ausgestrahlte Medienspektakel nur scheinbar neutral, es findet eine sehr genaue Selektion statt wer im Mainstream- TV überhaupt etwas sagen darf und wer nicht, unsympathische, schlecht aussehende Hetzredner gegen gut situierte und neutral angezogene Diplomaten; wer wird wohl das Duell für sich entscheiden? Auch fein Nuancierte Fragestellungen der nach strengen Richtlinien ausgesuchten Kommentatoren können eine solche Wahl nachhaltig beeinflussen, das alles geschieht sehr subtil und wir merken es in der Regel nur dann, wenn wir uns damit beschäftigen. Es ist klar, welche Seite nun einen schwierigeren Stand hat. Die Existenzängste welche geschürt werden, können von der medial schwächeren Seite nur schwer entkräftet werden. Die Vergangenheit zeigt zwar, dass die geschürten Ängste immer haltlos waren, trotzdem sind sie noch immer das Zünglein an der Waage. Diese Ängste dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Es ist schwierig einzugestehen (auch zu uns selbst), dass diese Ängste das eigene Wahlverhalten beeinflussen, trotzdem sind es genau diese, welche die Abstimmungsresultate bestimmen. Wenn 90% der Bevölkerung ganz klar von etwas profitieren könnte, lässt sich dieser Umstand wissenschaftlich gar nicht anders erklären. Unser menschliches Gerechtigkeitsgefühl sagt nicht: „Ich kann halt nur so einigermassen leben, aber der Milliardär nebenan hat es im Überfluss, dass ist auch gut so ich gönne es ihm von ganzem Herzen“. So grotesk es sich anhört, aber das angestrebten Ziel und deren Verbesserung, verhindert die reale Umsetzung, es gibt eine Angst die sagt: „was ist der Preis dafür das es mir besser geht? Ich habe Angst, dass ich etwas mehr Gerechtigkeit bald mit Zins und Zinseszinsen zurückbezahlen muss“. Obwohl wir, wie bereits erwähnt, aus der Vergangenheit wissen, dass solche Angstmacherei immer unbegründet war, bestimmt sie unser Wahlverhalten.

Trotzdem, nur eine gerechte Verteilung sichert den Weltfrieden. Nur eine gerechte Verteilung sorgt für eine politische Stabilität. Warum haben wir diese weltweiten Unruhen? Es ist ein unzufriedenes Volk. Zu was führt es? Zu noch mehr Armut, denn jene welche die Unruhen finanzieren, haben ganz andere Interessen als jene der gerechten Vermögensverteilung in einem fremden Land, was interessiert die das Volk in diesem fremden Land? Gar nichts! Das Interesse einer fremden Nation ist es nicht, ein anderes Land wohlhabend zu machen, vielmehr versucht sich dieses Land noch weiter zu bereichern (Siehe beispielsweise Schweizer Bankgeheimnis). Bestenfalls versucht die fremde Nation eine einigermassen stabile Regierung zu schaffen, damit sie ihre Interessen ohne unbequeme Störungen verfolgen kann. Das Mäntelchen der wahren Humanität dürfen sich wirklich nur die rein neutralen Hilfsorganisationen anziehen.

Haben Sie Sich mal gefragt warum es in Griechenland, wo der Schlüssel 1:999 liegt, keinen Volksaufstand wie etwa in der Ukraine gab? Es gibt in den Griechischen Banken keine „bösen“ Russenvermögen welche die USA am liebsten blockieren würde, es gibt überhaupt kaum Reichtümer, es gibt kaum Bodenschätze, es gibt keine wirklich bedeutende Privatwirtschaft, es gibt keine verbesserungsfähigen Militär- strategischen Interessen. Es gibt eine Regierung die genau das tut was Europa und die USA will. Griechenland ist genau das was es sein soll: Eine von den USA und Europa steuerbare Marionette. Wer hätte da ein Interesse einen Volksaufstand zu finanzieren? Das täglich Menschen verhungern ist eine Realität, doch darüber darf oder will niemand berichten. Das mehrere Generationen keine Perspektiven mehr haben ist genauso die Realität. Und warum das alles? Weil die vergangene Landespolitik einen unnatürlichen Verteilschlüssel nicht nur akzeptierte sondern sogar förderte.

Ein Volk das noch nie etwas hatte lässt sich einfach unterdrücken. Hatte ein Volk in der Vergangenheit einen guten Lebensstandard und wird ihm dieser genommen, wird es gefährlich, mitunter sogar unberechenbar. Das ist ein schleichender Prozess, doch wir befinden uns längst mitten drin. Für jeden einigermassen gebildeten Menschen ist diese Entwicklung seit der Jahrtausendwende unübersehbar geworden.

Die Schweiz ist ein Land mit direkter Demokratie. Unsere derzeitige Vermögensverteilung liegt bei 90:10, dass bedeutet, dass 10% der Bevölkerung 90% der Vermögen besitzen (Bundesamt für Statistik 2010). Dabei sprechen wir lediglich vom Vermögen ohne Einkommen und weiterem versteckten Ingenium. Nutzen wir unsere gesetzlichen Möglichkeiten um den Verteilschlüssel nicht noch weiter zu schwächen, es wäre unser aller Verlust. 80:20 ist eine Illusion, aber bereits ein aufrecht erhalten von 90:10 sichert der Schweiz einen weiterhin einigermassen guten Lebensstandard. Diesen Schlüssel in der Verfassung festzuhalten wäre beispielsweise eine Möglichkeit den Mittelstand in der Schweiz zu sichern. Die Umsetzung wäre gar nicht so schwierig, sie könnte mittels der Hebelwirkung der Steuerprogression umgesetzt werden. Es geht nicht darum Vermögende zu bestrafen (auch wenn es diese natürlich so sehen), sondern den Mittelstand aufrecht zu erhalten (auch wenn diese Angst davor haben). Es gibt definitiv keine andere Möglichkeit den Mittelstand aufrecht zu erhalten als die Sicherung eines halbwegs fairen Verteilerschlüssels. Ein Schlüssel welcher auf Freiwilligkeit beruht ist erfahrungsgemäss LEIDER eine Illusion, nur politische Rahmenbedingung vermögen dies zu bewerkstelligen.

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