Europa – pro Ukraine… weshalb?

Warum unterstützt Europa und die Mehrheit der westlichen Mächte in Einbezugnahme des G8 „7“ Konsortiums die Ukraine.

Diese Fragestellung scheint in Bezugnahme der vergangenen, gegenwärtigen und wohl auch künftigen Situation mehr als nur gerechtfertigt. Vergegenwärtigt man sich der Wirtschaftlichen Situation der Ukraine ist diese Haltung ein Ad absurdum. Vergegenwärtigt man sich mit dem realen Schuldenhaushalt der Westmächte, gleicht dieses Ad absurdum einem Größenwahnsinn. Wenn man die reale Staatsverschuldung der Ukraine betrachtet, liegt diese in bester Gesellschaft; Sie liegt auf Augenhöhe zur Schweiz, und beträgt „nur“ 35% zum Inlandsprodukt (Quelle Wikipedia). Das Problem liegt also etwas versteckter, die Ukraine hat ein NEGATIVES Wachstum und vorwiegend Auslandschulden. Dieses Ukrainische Staatsverschuldungs – Beispiel verdeutlicht die wahre Sensibilität aller verschuldeten Wirtschaftsnationen die ohne ein stetes Wachstum, in unlösbare Probleme geraten werden. Wir alle wissen, dass ein unendliches Wachstum unmöglich auf ewig aufrecht erhalten werden kann.

EU-Flagge Ukrainische Flagge

Die EU zeigt der Ukraine Flagge… aber kein Beitritt

Das IWF und die Weltbank werden die Ukraine in den kommende Jahren mit 11 Milliarden Euro unterstützen, dies schlägt die EU Kommission als kurz und mittelfristige Massnahme zur Rettung des drohenden Bankrotts der Ukraine vor. Das Memorandum können Sie hier einsehen. Die Massnahmen sollen in erster Linie dazu dienen, dass die Ukraine ein interessanter Wirtschaftspartner für EU wird, ausserdem es soll es das künftige Wachstum und die Bildung fördern. Das alles hört sich selbstverständlich sehr vielversprechend an, sieht in der Realität aber etwas anders aus. Die reale Kaufkraft der Ukrainer nimmt aufgrund des Zerfalls der Landeseigenen Währung dem „Hrywnja“ stetig ab. Schon jetzt lebt der grösste Teil der Ukrainischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze, der Reallohn einer Bürokauffrau reicht Beispielweise nicht einmal um die Miete einer 1 Zimmer Wohnung zu bezahlen. Den Menschen nützt ein solches Abkommen was zu einer noch höheren Auslands – Verschuldung führt absolut nichts, zumindest nicht innert nützlicher Zeit.

Das Szenario ist vorprogrammiert. Defacto wissen wir, dass Zeit ein Faktor ist, der immer kürzer, respektive schneller wird. Wir erwarten schnelle Massnahmen und schnelle Erfolge (Bevölkerung und Wirtschaft). Bis sich aus der Ukraine eine interessante Wirtschaftsnation entwickeln könnte, bedarf es mindestens 10 Jahre und indes auch Unmengen an Investitionsgut westlicher Grosskonzerne. Doch gerade westliche Grossunternehmen haben in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass sie mehrheitlich an schnellen Profiten interessiert sind. Was nicht nach „Marschplan“ funktioniert wird ohne Rücksicht auf soziale Aspekte vernichtet. Auch der Vergleich zu anderen Nationen wie etwa China hinkt. Die Ausgangslage ist nicht zu vergleichen, China hatte 1995 lediglich eine Staatsverschuldung von 6% des BIP und konnte auf einer gesunden Basis aufbauen.

Ein vorstellbares Szenario ist, dass es in der Ukraine zu weiteren Auseinandersetzungen kommen wird. Da es der Bevölkerung kurzfristig real nicht besser gehen wird, ist eine Unzufriedenheit mit der neuen Regierung vorprogrammiert. Dies würde mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einem Staatsbankrott führen und die Ukrainische Bevölkerung würde ein zweites mal nach 1991 unter unvorstellbarer Armut leiden.

Beobachter und kluge Köpfe sind sich dessen natürlich bewusst, trotzdem wird in schon fast propagandistischem Ton Werbung für das soziale Heldentum des Westens zelebriert. Doch warum? Es sind tief verwurzelte und idealistische Gründe deren Ursprung in der Vergangenheit und deren Geschichte liegen. Es ist der Idealismus des westlichen Denkens der für sich in Anspruch nimmt der einzige humanitäre und sozial verträgliche Grundgedanke zu sein. Es ist tief verwurzelt in uns, dass wir Menschen, Völkern und Ländern welche unter dem sozialistischem Regime „gelitten“ haben unsere Hilfe anbieten um sie auf den rechten Weg zu führen.

Natürlich bin auch ich ein klarer Verfechter der direkten Demokratie. Das Demokratiemodell der Schweiz ist einzigartig und gehört für mich zu einem der Besten in der Welt. ABER dass funktioniert nur deshalb so gut weil wir so klein sind und eine einigermassen homogene Gesinnung haben. Umso grösser ein Land ist umso mehr verschiedene Volksgruppierungen gibt es, in einem solchen Land könnte ein Schweizer Modell zu Bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen führen. Insofern muss die Frage nach der „Schlechtheit“ des Russischen Demokratie Verständnisses wirklich neu überdenkt werden.

Betrachtet man es rein rational, wäre der Bevölkerung der Ukraine wirklich mehr damit gedient, wenn sie sich zu Russland und nicht zum Westen bekennen würden. Russland hat eine kaum nennenswerte Staatsverschuldung, Russland hat Gas, Oel und weitere Bodenschätze von welcher die Ukraine nur profitieren könnte. Dies alles muss die Ukraine jetzt zu massiv höheren Preisen einkaufen. Wem ist damit gedient? Ganz sicher nicht der Ukrainischen Bevölkerung.

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