Sind Top-Managerlöhne gerechtfertigt?

Ein Dauerthema sind und bleiben die astronomischen Gehälter einiger Manager. Kann ein einzelner Mensch wirklich soviel wert sein?

Es kann eigentlich gar keine Betrachtungsweise geben mit welcher diese Frage mit ja beantwortet werden könnte, trotzdem muss diese Frage etwas differenzierter und in einem grösseren Zusammenhang betrachtet werden.

Rein moralisch verfügt ein grenzenlos viel verdienender Manager sicherlich über eine ausgesprochen laszive Energie. Es gibt keinen übermässigen Reichtum ohne menschliches Elend, andererseits sorgt dieser Reichtum, wenn auch in ungleich geringerem Ausmass noch grösseres Elend zu vermeiden. Würde hier ein etwas homogeneres Gleichgewicht geschaffen, wäre die Fragestellung nach den exorbitanten Manager, CEO und VR Mitgliederlöhnen hinfällig.

Eine berechtige Frage ist: „Können solche philiströsen Menschen einsichtig werden und ihre Bezüge ohne äusseren Druck an ein akzeptables Mass anpassen?“. Die Erfahrung zeigt, dass dies leider definitiv nicht der Fall ist. Trotzdem hatte die 1:12 Initiative keine Chance, doch weshalb? Durchschnittlich verdient die Schweizer Bevölkerung gut bis sehr gut, alles was dieses in der Welt einmalige Einkommen gefährden könnte wird bekämpft. Genau diese Angst hatten sich die Gegner der 1:12 Initiative erfolgreich zunutze gemacht. Es wurde aber auch gesagt, dass es nur 1 Promille der Bevölkerung betreffen würde, mindestens diese Aussage muss revidiert werden. Nicht wenige Menschen arbeiten für einen Stundenlohn von weniger als CHF 15.- pro Stunde, solche Menschen findet man besonders in Grossfirmen, meist in der Putzequipe, darin sind auch noch Ferien und Feiertage enthalten und Gratifikation oder einen 13ten Monatslohn gibt es auch nicht, demnach müssen diesem Lohn noch einmal 16% (4 Wochen Ferien, ohne Feiertage) abgezogen werden, ergibt einen effektiven Stundenlohn von Fr. 12.60. Dies wiederum entspricht einem Monatslohn von Fr. 2140.00 und einem Jahreslohn von Fr. 25`680.00. Somit dürfte zum Beispiel Joe Ackermann, VR Präsident der Zürich Versicherung ein Maximalgehalt von Fr. 308`160.- pro Jahr beziehen. Mindestens soviel, bzw. sehr viel mehr erhalten in der Zürich Versicherung aber bereits jetzt die meisten Mitarbeiter welche am Hauptsitz Mythenquais angestellt sind. Gemessen dieser Zahlen bekommt die 1:12 Initiative selbstverständlich einen völlig neuen Hintergrund, es handelt sich nicht um 1 Promille sondern um etwa 5 % der Arbeit nehmenden in der Schweiz, also 50 Mal mehr als angegeben. Nun gut, Zahlen sind immer so gut wie man sie verstehen will, respektive für sich selbst auslegt.

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Wo Geld beginnt, hört die Vernunft auf… -(:

Verlassen wir die 1:12 Initiative. Ein oft gehörtes Argument ist jenes, dass es sich im Vergleich zum Gesamtumsatz ja lediglich um einen unbedeutend kleinen Lohnanteil handle. Nun gut, was heisst das in einem Unternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern? Berücksichtigt man alle Kriterien, kostet in der Schweiz ein Arbeitnehmer, auch als nicht Kader, schnell einmal Fr. 200`000.- im Jahr, dass bedeutet, pro 5 Mitarbeiter eine Million. Hat ein Unternehmen Beispielsweise Fünftausend Mitarbeiter liegen bereits 10 Milliarden zu buche. Macht dieses Unternehmen dann einen realistischen Umsatz von 40 Milliarden Franken liegt eine Lohnmillion indes lediglich bei 0.025 Promille des Unternehmensumsatzes. Weist dieses Unternehmen einen Nettogewinn von 5% (2 Milliarden Franken) aus, betragen die Steuern weniger als einzelne Spitzenverdiener des Unternehmens verdienen. Der Nettogewinn liesse sich bei immer noch sehr gut bezahlten Top Gehältern schnell auf 7 – 8% erhöhen. Dies will die Spitze natürlich nicht, denn sie hätten einen Margen – Erklärungsnotstand und müssten entweder sehr viel mehr Steuern bezahlen, oder, was am gerechtesten wäre, die Produkte verbilligen und somit für mehr Menschen zugänglich machen. In der Chemischen Industrie würde dies beispielsweise, entweder eine Verbilligung der Medikamente oder aber eine Medizinische Behandlung für Menschen die sich diese bis heute nicht leisten konnten bedeuten.

Bösartig argumentiert, werden solche hohen Lohnsummen und ganz besonders die Boni also deshalb ausbezahlt, um den Nettogewinn des Unternehmens in einem künstlichen Tief zu halten. Diesem *value tool“ liegen in Erster Linie die Boni zu Grunde.

Was wäre dann die liebe Argumentation? „Die Erklärungs-Diplomatie der Betroffenen“. Dessen Terminologie verstehen aber nur Eingeweihte, obwohl dies gar nicht einmal schwierig wäre, ich habe Marketing studiert und weiss was dessen meist periphere, aber sehr interessant anzuhörende „Nomenklatur“ Fachjargon bedeutet. Es ist ja gerade dies was sie meisterlich beherrschen. Immer freundlich, oft sogar lächelnd alles so zu erzählen, dass man überzeugt ist, dass genau dies was das Gegenüber sagt zu 100% richtig, wahr und zwingend einzuhalten ist.

Werden Sie kritisch, hören Sie genau hin oder versuchen Sie die Sache zu hinterfragen, denken Sie nach, fragen Sie nach und benutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand, Sie werden garantiert immer ein bedeutsames Gegenargument finden.

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