Die Deflation beherrscht uns schon lange

De- und Inflationsmechanismen verständlich erklärt

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Die Deflation wird in der Regel immer einhergehend mit schwindenden Absatzmärkten und den daraus resultierenden sinkenden Preisen genannt.

Tatsächlich befinden wir uns bereits in einer Deflation wenn der erwartete Konjunkturindex in unerwartete Schwankungen gerät, Panik bricht aus und die Preise sinken. In Presse, Politik und Wirtschaftskreisen wird auch von einem stagnierenden Wachstum gesprochen. Wenn die Gesamtwirtschaft das erwartete Wachstum schon nur um 1% verfehlt, löst dies bereits eine erdrutschartige Panik aus; Grund: Die Börsenkurse steigen exponentiell zum Wachstum. Die gesamte Weltwirtschaft basiert ausschliesslich auf Wachstum, sollte dies über einen längeren Zeitraum ausbleiben, kämen die Folgen einem Hollywood Science Fiction Horror Szenario gleich.

Trotzdem, mit der Deflation kämpfen unzählige KMU`s. Kleinere Unternehmen welche nicht über ein astronomisches Auftragsportfolio verfügen, verdienen an den ausgelieferten Produkten schon seit Jahren kaum mehr etwas. Viele Kleinhandelsunternehmen mussten deswegen bereits Ihre Tore schliessen. Bruttomargen von lediglich 1 – 5% sind längst nicht mehr ungewöhnlich. Komplett weg rationalisiert wurden die sympathischen Kleinhandelsbetriebe, auch „Lädeli sterben“ genannt. Unser eigenes Konsumverhalten gab den Anstoss dazu, doch die Folgen sind natürlich viel weitreichender, die Auswirkungen spüren wir alle, nicht zuletzt an fehlender Freundlichkeit, schlechtem Service und oftmals arrogantem Dienstleistungspersonal. Noch schwerwiegender sind die indirekten Folgen, dessen Auswirkungen spüren wir alle am modernen Arbeitsplatz. Durch Stellenabbau und Rationalisierung der Arbeitsabläufe sind: Stress, Rückenschmerzen, Verspannung, ein unfähiger Vorgesetzter, Unzufriedenheit und schlechte Laune längst zur Norm und nicht mehr zum Ausnahmezustand geworden. Wertvolle Generalisten mit einem breiten Wissen wurden, (und werden immer mehr), durch Hochspezialisierte Akademiker ohne Praxiswissen und/oder Praxiserfahrung ersetzt. Mittlerweile wissen wir, dass diese Entwicklung zu fast unlösbaren Schnittstellenproblemen in allen vom Menschen geschaffenen Bereichen führt (Technisch und Menschlich). Wenn Spezialwissen einen rein isolierten Charakter hätte und nicht in einem Kontext der Korrelation stehen würde, wäre das freilich kein Problem, leider ist das natürlich nie der Fall. Einige Unternehmen haben nun erkannt, dass diese Schnittstellenprobleme mittels Generalisten (Mediatoren) welche versuchen zwischen den Spezialisten zu kanalisieren verringert werden könnte. Leider leisten sich noch viel zu wenige Unternehmen einen solchen Lösungsansatz. Ein Generalist und Mediator hat in etwa folgende Aufgabe: Er muss einerseits den blockierten Dialog zwischen zwei Experten ermöglichen, also die humane Komponente und andererseits muss er beiden Seiten verständlich erklären können wo sie ihr persönliches subtechnisches Problem haben. Da sie ja selber hochtechnisch spezialisiert sind, reicht der Manpower selbstverständlich nicht aus um auch noch die zweite hochtechnisch spezialisierte Seite ausreichend zu analysieren und zu verstehen.

Eine Nationale Deflationen kann fremd gesteuert und beabsichtigt sein. Eine National Wirtschaft beruht schon lange nicht mehr auf Binnenaufträgen, nicht einmal wenn sie auf eigenem Grund und Boden stattfinden. Forecast und Konsumverhalten können mittels einer Auftragsvergangenheit, einer Auftragserwartung und gezieltem Marketing stark beeinflusst werden. Auch wenn wir es nicht gerne eingestehen, wir alle sind Konsum- Manipuliert und tun ganz genau das was wir tun sollen. Ein Land und ein Markt ist nur so stark wie es die Machtpolitik zulässt. Machtpolitik haben wir deshalb, weil eine Politik frei von mächtigen Geldgebern aus der Wirtschaft heute nicht mehr denkbar ist. Auch die vierte Macht, also die Mainstream Medien sind diesem Einfluss unterworfen. Gemessen dieser Tatsache und der globalen Vernetzung sowie deren Abhängigkeit ist es leicht verständlich wie unsensibel ein sensibles Marktgefüge gestört werden kann. Die Frage ist immer jene, wer am meisten von einer Deflation profitiert, kennen wir die Antwort haben wir nicht selten den Verursacher, natürlich gibt es auch natürliche und indirekte Faktoren welche ein Deflation verursachen können, es wäre einseitig zu behaupten, dass es immer ganz gezielt von einem Despoten der es ausgerechnet auf die Schweiz abgesehen hat ausgeht, in der Regel ist die Schweiz tatsächlich fast immer nur indirekt betroffen, dass erklärt auch, weshalb wir meist mit einem Blauen Auge davon kommen. Der reale Profit ist meist nicht offensichtlich und oft gut versteckt. Die astronomischen Gewinne werden ohne eine reale Wertigkeit verdient, am stärksten geschieht das mit Hebelprodukten an der Börse, nur starke Schwankungen nach unten oder oben versprechen maximale Gewinne und diese Schwankungen können natürlich beeinflusst werden. Am einfachsten kann das mittels einer künstlichen Verknappung oder mit einem Überschuss erreicht werden, ähnliche Einflüsse können nur noch Naturkatastrophen verursachen. Solche Global Player sind unglaublich mächtig, mächtiger als es unser Ratio wahrnehmen kann. Es unterliegt dem ähnlichen Prinzip der kollektiven Wahrnehmbarkeit oder dem Kosmos. Sehen wir ein einzelnes Elend sind wir berührt, sehen wir ein Massenelend denken wir „oh wie schlimm“ sind aber nicht wirklich berührt. Sagt uns ein Astronom: „Das ist ein junger Sternhaufen, er ist nur 60 Millionen Lichtjahre entfernt“ können wir uns nichts reales darunter vorstellen.

Da wir uns in einer absoluten Abhängigkeit zur globalen Wirtschaft befinden, musste sich die Schweiz den Gegebenheiten anpassen, alles ist um ein vielfaches komplexer geworden. Die Rechtsabteilung ist in manchen Fällen grösser und teurer als die eigentliche Produktion und Dienstleistung. Handel ist nur noch dort möglich wo der technische Fortschritt oder die Qualität die bestmögliche Zuverlässigkeit liefert. In Bereichen wo die Dienstleistung im Vordergrund steht bilden manche Konkurrenzbetriebe notgedrungen eine Einkaufsgemeinschaft um überhaupt noch ein Gesamtpaket anbieten zu können. Andere verlagerten Ihre Produktion nach Fernost und müssen sich nun mit den entsprechenden Problemen auseinandersetzen. Kleinere Unternehmen welche „nur“ im Binnenmarkt tätig sind haben einen unvorstellbaren schweren Stand. Dem Preisdruck vom benachbarten Ausland für das scheinbar gleiche Gesamtpaket kann ein Schweizer Kleinbetrieb eigentlich nichts entgegensetzen. Funktionieren kann es nur noch, wenn die Firma ihre Kunden von der tatsächlich besseren Dienstleistung überzeugen kann oder ein „vermeintlicher“ Kunde bereits eine negative Erfahrung mit dem günstigeren Gesamtpaket, welches dann doch mehr Service benötigte als man erwartete, gemacht hat. Dieser ganze Preiszerfall ist Deflation! Eine Deflation welche wir durch kurzfristige Gewinnoptimierungschancen selbst verursacht haben. Der Preisdruck wird von einem zum anderen weiter gegeben… aber, jemand hat doch damit angefangen.

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