Wenn Banken zahlungsunfähig werden

Zahlungsunfähige Banken werden mit Krediten gerettet welche sie selber ausstellen.

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Nicht zuletzt aufgrund lascher oder fehlender Gesetzgebung geraten vermehrt ausgerechnet jene in die Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit) welche es verursacht haben.

Aufgrund der Bankenkrise hat der Schweizer Gesetzgeber nun gehandelt und den Banken eine komplizierte Eigenkapitalquote verordnet.

Eine Bank ist nicht daran interessiert ihr Geld in einer vernünftigen Eigenkapitalgröße zu blockieren, denn unbewegtes Geld verliert schnell an Wert. Deshalb bewegen Geldinstitute Ihr Geld in großen Strömen durch die ganze Welt. Durch den Geldfluß werden Zinsen und Spekulationsgewinne in astronomisch hohen Summen erwirtschaftet. Dieses Geschäftsgebaren liegt im Konflikt mit dem Staat und den Sparanlegern. Beide bilden eine Interessengemeinschaft wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Der Sparanleger will das sein Geld sicher ist und der Staat will eine stabile Wirtschaft mit wenig „Klumpenrisiko“. Leider bilden Banken aber die größten Klumpenrisiken für jede Wirtschaft, denn sie verfügen anders als die Realwirtschaft über keine eigentliche Realsubstanz. Banken versuchen mittels einer möglichst großen Durchmischung die Einzelrisiken zu minimieren und zur Absicherung großer Marktbewegungen setzen sie Hebelprodukte ein welche kurzzeitig gut funktionierende „Produkte“ sind, langfristig aber deren Funktion verlieren.

Problematisch wird es, wenn man ganz generell „Geldprodukte“ zur Geldvermehrung einsetzt bei welchen man schon bei der Ausstellung weiß, daß sie niemals zurück bezahlt werden können. Nun fragen Sie Sich vielleicht was das für einen Sinn macht und ich muß Ihnen leider Recht geben, es entbehrt jedem gesunden Menschenverstand, jeglicher Ethik und jeglicher Moral. Wenn ich Ihnen nun aber ein Jahressalär von 10 Millionen versichern würde, ergibt dieses unvernünftige „Produkt“ aber vielleicht plötzlich wieder einen Sinn, einen sehr fraglichen und einseitigen zwar, aber eben dennoch einen Sinn. Solange sich ein Käufer findet; und das tut es in den Märkten sehr lange, funktioniert so ein, eigentlich „kriminelles“ Geldprodukt sehr gut. Schwierig wird es außerdem wenn Kredite für ein scheinbar stabiles Gegenprodukt vergeben werden. Geschieht dies punktuell kann das problemlos abgefangen werden. Beispiel: Eine Bank vergibt einen 10 Mio. $ Kredit an einen Besitzer einer Rohstoffmine, die Gutachten belegen eindeutige Vorkommen und einen voraussichtlichen Jahresgewinn von 2 Mio. $ und die Bank spricht einen Kredit von 10 Mio. $. Es kommt alles anders und die Vorkommen stellen sich als weitaus geringer dar. Die Bank verliert viel Geld für dieses eine Geschäft, so etwas kann ein Geldinstitut in der Regel problemlos verkraften. Geschieht das gleiche mit einem ganzem Markt, kann dies dazu führen, daß ein Geldinstitut insolvent wird. Genau dies geschah mit der amerikanischen Immobilienkrise. Die Immobilien waren massiv überteuert, außerdem führte der Immobilienboom und die historisch tiefen Zinsen (noch immer anhaltend) dazu, daß kaum mehr eine Kernkapitalquote (Eigenkapitalquote) gefordert wurde um von der Bank Geld für ein Eigenheim zu erhalten, dies wiederum führte dazu, daß viele Menschen einen Kredit erhalten haben ohne der sonst sorgfältigen Abklärungen der Bonität, der Grund dafür lag in der Gier all jener welche von den Finanzierungsverträgen profitierten, daß ging soweit, daß sogar Bonitätsprüfer mit Provisionen für jeden Vertrag den sie guthießen bestochen wurden. Es folgte was folgen mußte: Viele Eigenheimbesitzer kamen in Zahlungsverzug, dies führte dazu, daß der Markt plötzlich mit leeren Immobilien überschwemmt wurde und dieses Überangebot führte wiederum zu einem drastischen Preiszerfall. Die Sicherheiten welche die Banken in Gestalt der vielen Immobilien hatte waren plötzlich nur noch einen Bruchteil dessen wert was sie vor kurzem noch wert waren. Das war die Immobilienblase und etwas ähnliches werden wir demnächst noch einmal erleben, dieses Mal jedoch nicht in Amerika sondern in Europa.

Ist eine Bank deshalb wirklich gleich insolvent, sie haben ja nun die Immobilien als Realwert. Das stimmt, aber auch nicht ganz und ausschließlich. Eine gut durchmischte Bank hatte zwar sehr viel Geld verloren bekam dafür aber einen reellen Gegenwert in Gestalt der Immobilien, daß Problem war natürlich, daß die Immobilien nicht den Wert des Verlustes ausglichen und es sich außerdem um blockiertes Kapital handelte welches nicht bewegt werden konnte, trotzdem fanden die meisten Banken einen Weg aus der Krise. Hatte sich eine Bank allerdings auf den Immobilienmarkt spezialisiert, hatte sie nun tatsächlich ein Problem, denn sie hatte ja nun kein „Arbeitswerkzeug“ mehr. Um Geld zu vermehren (nichts anderes tun Banken) braucht es Geld und keine Immobilien.

Nun gibt es aber auch noch Immobilien Wertschriften, daß sind oft spekulative Zockerprodukte welche einen exponentiellen Gewinn bei steigenden Immobilienpreisen versprechen oder bei sinkenden Preisen wertlos werden. Aber auch Immobilienfonds und Aktien sind ins bodenlose gefallen. Da die Banken wie bereits erwähnt eine kaum nennenswerte Eigenkapitalquote aufweisen müssen, konnten diese die Verluste mit dem vorhandenen Eigenkapital nicht mehr nivellieren.

Was nun in einigen solchen und auch später ähnlichen Fällen geschah, ist schon fast abnorm, versinnbildlicht aber wie unser Finanzsystem tatsächlich funktioniert.

Den Begriff „to big to fail“ haben mittlerweile sicherlich alle gehört, keine Angst, ich werde in diesem Beitrag nicht auf den Sinn oder Unsinn dessen eingehen aber es ist die Grundlage zur Legitimation des Verhaltens diverser Staaten. Um die Bank vor dem drohenden Konkurs zu retten überweist dieser der Bank einen Staatskredit, doch woher nimmt der Staat das Geld? Der Staat hat ja nicht einmal ein ausgeglichenes Budget, geschweige denn irgendwelche Reserven. Wie wir im Beitrag: Das Zinssystem einfach erklärt gelernt haben, kann der Staat nur über die Banken einen Kredit beziehen. Auf gut Deutsch passiert nun folgendes: Die Notenbank gibt der Bank tief verzinstes Geld, dieses Geld wird zu einem höheren Zins an den Staat ausgeliehen und dieser gibt der Bank wieder ein tief verzinstes Darlehen. Der Staat muß das Geld von dem System beziehen welches er retten will! Selbst wenn die Bank den gesamten Kredit den sie dem Staat gegeben haben und von dem wieder zurück erhalten haben zurück bezahlt, hat die Bank einen Zinsgewinn gemacht. Das Volk hat so oder so verloren. Durch die Geldvermehrung wird die Inflation begünstigt, daß heißt das Geld jedes einzelnen ist weniger wert und den Zinsverlust des Staates muß ebenfalls das Volk mittels Steuererhöhungen tragen.

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